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07/20245 minStrategie

OCR bei Kassenbons: Was Marken über den Kauf erfahren

OCR liest einen hochgeladenen Kassenbon aus: Händler, Kaufdatum, Betrag und jede Position. Der Artikel erklärt, wie das in Aktionen abläuft und welche Daten Markenartikler daraus für ihre Entscheidungen bekommen.

Maximilian Gorius

Maximilian Gorius

Inhaber & Chief Business Officer

OCR bei Kassenbons: Was Marken über den Kauf erfahren

OCR im Marketing heißt: Eine Software liest den Text auf einem Foto oder PDF und macht daraus Daten. Bei einem Kassenbon, den Teilnehmende einer Aktion hochladen, liest sie den Händler, das Kaufdatum, den Betrag und jede einzelne Position aus. Marken erfahren so, wo und wann gekauft wurde, ob das Aktionsprodukt auf dem Bon steht und was sonst im Einkaufskorb lag. Das betrifft die meisten Aktionen: In Viva Intelligence verlangen 570 von 751 Aktionen (76 %) einen Kassenbon. Die Basis sind Aktionen von Herstellermarken in Deutschland mit Start zwischen dem 1. Januar 2025 und dem 12. Oktober 2026.

Was ist OCR im Marketing und wie liest sie einen Kassenbon aus?

OCR steht für optische Zeichenerkennung. Die Software wandelt Text auf einem Bild in Text um, den ein Computer weiterverarbeiten kann. In einer Aktion läuft das so ab: Teilnehmende fotografieren den Kassenbon oder laden eine Online-Rechnung als PDF hoch. Die Texterkennung liest daraus Händler, Kaufdatum, Betrag und alle Positionen.

Danach vergleicht das System die gelesenen Werte mit den Regeln der Aktion. Gelesen hat die Software dann nur den Bon. Ob die Teilnahme gilt, entscheiden feste Regeln und im Zweifel ein Mensch.

Was erfahren Marken aus einem ausgelesenen Kassenbon?

Marken erfahren vier Dinge: den Markt, den Zeitpunkt, das Produkt und den Einkaufskorb. Alle vier stehen auf dem Bon, die Software macht sie auswertbar.

Markt: Der Bon nennt den Händler. Du siehst, bei welchen Händlern die Teilnehmenden einer Aktion gekauft haben.

Datum: Das Kaufdatum zeigt, ob der Kauf im Aktionszeitraum liegt, und über die Laufzeit, wann gekauft wird.

Produkt: Die Software erkennt das Aktionsprodukt und wie oft es auf dem Bon steht. Das ist wichtig bei Aktionen, die einen Mindestkauf verlangen, etwa zwei Packungen.

Einkaufskorb: Auf dem Bon stehen auch alle anderen Positionen. Du siehst, was zusammen mit deinem Produkt gekauft wurde.

Das sind Daten zum Kauf, nicht zur Person. In unserem Kundenportal siehst du Kennzahlen und Auswertungen der Belegdaten, aber keine Personendaten. Die Auswertung der Bon-Daten über das Aktionsprodukt hinaus ist ein eigener Baustein, den wir vorher mit dir festlegen.

Wie wird aus Bon-Daten eine Marketingentscheidung?

Aus Bon-Daten wird eine Entscheidung, wenn du vor der Aktion festlegst, welche Frage sie beantworten sollen. Ohne Frage bleibt es bei einer Tabelle.

Typische Fragen sind: Bei welchen Händlern kaufen die Teilnehmenden? Wann innerhalb der Laufzeit steigt die Zahl der Käufe? Welche Produkte liegen häufig zusammen im Korb? Die Antworten helfen bei der Händlerliste der nächsten Aktion, beim Zeitpunkt und bei der Frage, mit welchen Produkten sich eine Kombination lohnt.

Zwei Grenzen gelten immer. Die Daten beschreiben die Teilnehmenden einer Aktion, nicht alle Käufer deines Produkts. Und sie zeigen, was gekauft wurde, nicht warum. Wie die Antworten ausfallen, hängt von Produkt, Handel und Aktion ab.

Wie verbreitet ist der Kassenbon in Aktionen im Einzelhandel?

Drei von vier Aktionen verlangen einen Kassenbon: 570 von 751 (76 %). Bei 475 Aktionen (63 %) ist er der einzige Teilnahmeweg. Am 14. Oktober 2026 laufen 224 Aktionen, davon 172 mit Kassenbon.

Nach Mechanik unterscheidet sich das stark. Bei Cashback-Aktionen verlangen 283 von 295 den Bon (96 %), bei Gewinnspielen 271 von 409 (66 %), bei Zugaben 66 von 101 (65 %) und bei Sammelaktionen 7 von 23 (30 %). Warum das so ist und wo stattdessen Codes laufen, zeigt der Artikel Kassenbon oder Code: Teilnahmewege bei Aktionen.

Wie muss ein Kassenbon aussehen, damit die Software ihn lesen kann?

Ein Bon muss vollständig, scharf und glatt fotografiert sein. Das schreiben die Aktionsseiten selbst vor, wie drei Beispiele zeigen, die wir am 14. Oktober 2026 aufgerufen haben.

Bei WOLFSBLUT gilt: Auf dem Bon muss der Name oder das Logo des Händlers stehen, die Produkte müssen erkennbar sein, und das Kaufdatum muss stimmen. Erlaubt sind JPG, PNG oder PDF bis 5 MB. Die Seite verlangt außerdem einen ruhigen Hintergrund, ein Foto von oben und keine Markierungen auf dem Bon. Auch Screenshots der Bestellbestätigung und Online-Rechnungen gelten.

Bei Lay's MAX bittet die Aktionsseite um einen gut leserlichen und vollständigen Kassenbon und weist darauf hin, dass unleserliche Belege nicht berücksichtigt werden können. Bei Schwartau Samt laden Gewinner den Kaufbeleg als PNG, JPG oder PDF mit bis zu 8 MB hoch.

Worauf achtest du bei einer OCR-Lösung für Aktionen?

Frag jeden Anbieter nach den Punkten, die über die Qualität entscheiden, nicht nach Rankings:

  1. Welche Felder liest die Lösung: nur das Aktionsprodukt oder auch Händler, Datum, Betrag und alle Positionen?
  2. Wer entscheidet bei einem unklaren Bon: die Software oder ein Mensch?
  3. Wie erkennt sie Dubletten, also einen Bon, der zweimal eingereicht wird?
  4. Was passiert bei einem unlesbaren Bon: Kann der Teilnehmer neu einreichen?
  5. Welche Auswertungen bekommst du, und wann werden Teilnehmerdaten gelöscht?

Kein Verfahren liest jeden Bon richtig und erkennt jede Fälschung. Deshalb zählt, wie die Lösung mit Zweifelsfällen umgeht. Datenschutz und Teilnahmebedingungen solltest du im Einzelfall rechtlich prüfen lassen.

Wie setzt Viva Marketing OCR bei Kassenbon-Aktionen um?

Bei Viva Marketing läuft jeder Beleg über unsere eigene Plattform Promo OS. Die Kassenbon-Prüfung hat sechs Schritte: Upload, Auslesen, Regeln, Dubletten, Prüfmaske, Entscheidung. Die Regeln leiten wir mit dir aus den Teilnahmebedingungen ab.

Es gibt drei Prüfmodi. Im automatischen Modus gibt das System eindeutige Belege frei und lehnt klare Verstöße ab, etwa ein Kaufdatum außerhalb der Aktion. Im halbautomatischen Modus geht jede Ablehnung über den Tisch eines Menschen, im manuellen Modus prüft unser Team jeden Beleg. Was unklar ist, entscheidet unser Team in der Prüfmaske, mit der Eingabe des Teilnehmers und dem gelesenen Bon nebeneinander.

Dazu kommen Teilnehmerservice, Reporting im Kundenportal und, wenn die Aktion es verlangt, Auszahlung und Prämienversand (Promotion-Abwicklung). Vor der Konzeption schauen wir in Viva Intelligence, welche Teilnahmewege in deiner Kategorie üblich sind.

So haben wir gezählt

Basis sind 751 Aktionen von Herstellermarken in Viva Intelligence: freigegeben, in Deutschland teilnehmbar, ohne Dubletten, ohne Aktionen von Viva Marketing, Start zwischen dem 1. Januar 2025 und dem 12. Oktober 2026. Den Teilnahmeweg haben wir aus Aktionsseite und Teilnahmebedingungen erfasst. Eine Aktion kann mehrere Wege anbieten, deshalb ergeben die Anteile mehr als 100 %. Eine Aktion zählt als laufend, wenn der 14. Oktober 2026 zwischen Start und Ende liegt.

Grenzen: Viva Intelligence erfasst Aktionen, die öffentlich beworben werden. Starts aus 2025 sind weniger dicht erfasst als Starts aus 2026. Wie viele Bons Software richtig liest, geht aus diesen Daten nicht hervor, deshalb nennen wir dazu keine Zahl.

Häufige Fragen

Was bedeutet OCR bei Kassenbons? OCR ist die optische Zeichenerkennung. Eine Software liest den Text eines hochgeladenen Bons und macht daraus Daten wie Händler, Kaufdatum, Betrag und Positionen.

Liest OCR jeden Kassenbon richtig? Nein. Bei unleserlichen Bons kann der Teilnehmer neu einreichen, und alles Unklare prüft bei uns ein Mensch. Ein Hinweis der Software ist noch keine Ablehnung.

Sehe ich als Marke die Kassenbons meiner Teilnehmer? Du siehst im Kundenportal Kennzahlen und Auswertungen der Belegdaten, aber keine Personendaten. Teilnehmerlisten, IBANs und Rohdaten bleiben bei uns, und nach dem Abschluss löschen wir die Teilnehmerdaten bis auf das, was für Auszahlung, Versand und Nachweise nötig ist.

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Schreib uns, was du vorhast: Marke, Mechanik, Zeitraum, Handel. Wir melden uns mit einem ersten Vorschlag.